Dieser Text ist für Leute die das Buch schon gelesen haben, denn das Buch wird hier vollständig zusammengefasst.

30. Januar 1895 wurde Wilhelm Gustloff geboren. Er absolvierte eine Lehre bei der Schweriner Lebensversicherungbank. Auf Grund seines chronischen Lungenleidens wurde er 1917 zur Kur nach Davos geschickt. Nach der Kur arbeitete er in einem Observatorium, später verdiente er sein Lebensunterhalt als Versicherungsvertreter in Davos. Er heiratete eine Frau namens Hedwig, die sich trotz ihrer völkischen Gesinnung in der Kanzlei des jüdischen Anwalts Moses Silberroth anstellen ließ. Wilhelm Gustloff warb in der Schweiz und in Österreich Mitglieder für die NSDAP und wurde von Gregor Strasser zum Landesgruppenleiter ernannt. (Seite 2)

1919 kam David Frankfurter als Sohn eines Rabbiners in der westslawonischen Stadt Daruvar zur Welt. Der Medizinstudent reiste 1936 nach Davos. Am 4. Februar suchte er ihn auf. Seine Frau Hedwig Gustloff öffnete die Tür, bat David, im Büro ihres Mannes zu warten. Als Wilhelm Gustloff später den Raum betrat, zog David Frankfurter einen Revolver aus seiner Manteltasche und erschiesst den Nationalsozialisten mit vier Schüssen. David Frankfurter stellte sich nach diesem Vorfall der Polizei, mit dem Satz welcher er vor dem Gericht wiederholt haben sollte: „Ich habe geschossen, weil ich Jude bin. Ich bin mir meine Tat vollkommen bewusst und bereue sie auf keinen Fall.“

Der Tote wurde von der Bevölkerung geehrt und schliesslich wurde am 4. August 1946 ein Schiff nach Wilhelm Gustloff benannt. Dass für die von Robert Ley geführte Deutsche Arbeitsfront Unterorganisation „Kraft durch Freud“ (KdF) nicht auf Robert Ley’s Namen sondern auf den des „Blutzeugen“ Wilhelm Gustloff getauft wurde, hatte anscheinend Hitler selbst entschieden. Nach der Jungfernreise im Frühjahr1937 stand die „Wilhelm Gustloff“ für klassenlose KdF-Ferienfahrten ins Mittelmeer und nach Norwegen zur Verfügung.

In der Nacht auf den 25. August 1939 erhielt der Kapitän der „Wilhelm Gustloff“ die Anweisung, die angetretene Ferienfahrt in der norwegischen Küste sofort abzubrechen und ins Deutsch Reich zurückzukehren. Der zweite Weltkrieg begann. Die „Wilhelm Gustlof“ wurde zu einem Lazarettschiff mit fünfhundert Betten umgebaut. Noch im selben Jahr lag sie als „schwimmende Kaserne“ im Hafen der früher polnischen Stadt Gdynia.

Januar 1945 flohen Hunderttausende in panischer Angst vor den Russen. Die welche Ostsee erreichten, versuchten an Board jeglicher Schiffe zu gelangen um so zu entkommen. Auch auf der für 417 Besatzungsmitglieder und 1463 Passagiere konzipierten “Wilhelm Gustloff” drängten sich bis am 30. Januar 1945 mehr als 10 000 Menschen an Bord. Darunter waren neben den 1000 U-Boot-Matrosen und 370 Marinehelferinnen Tausende von Flüchtlinge, wobei es sich bei fast der hälfte von ihnen um Jugendlich und Kinder handelte.

Zu den Menschen, welche auf der „Wilhelm Gustloff“ Zuflucht gesucht hatten, gehörten auch die achtzehnjährige hochschwangere Ursula Pokriefke genannt Tulla und ihre Eltern.

Vor der Küste Pommers wurde die „Wilhelm Gustloff“ von einem sowjetischen U-Boot aufgebracht. Der aus Odessa stammende Kommandant Alexander Marinesko der 47-köpfigen Besatzung, konnte zuerst nicht auslaufen, da Alexander Marinesko erst Tage später am 3. Januar 1945 nach einem Dauerrausch wieder auftauchte.

Weil Marinesko damit rechnen musste, wegen eines Disziplinarverstosses sich vor einem Kriegsgericht zu verantworten, wollte er sich rechtzeitig durch die Versenkung eines feindlichen Schiffes hervortun.

Unwissen von den tausenden Flüchtlingen auf der „Wilhelm Gustloff“, hielt er das Schiff für einen deutschen Truppentransporter und befahl einen Überwasserangriff aus 600 Meter Entfernung. Drei von vier gefeuerten Torpedos trafen die „Wilhelm Gustloff“.

Bei -18° Lufttemperatur und einer Wassertemperatur knapp über dem Gefrierpunkt hatten die Menschen, die ins Wasser fielen oder sprangen, kaum eine Überlebenschance.

Anders als ihre Eltern, gehörte Tulla Pokriefke zu den 1252 Überlebenden der Katastrophe. Ob die hochschwangere Tulla ihren Sohn Paul noch auf der „Wilhelm Gustloff“ oder schon auf dem Torpedoboots „Löwe“, welches sie gerettet hat, gebar ist unklar.

Mitte März 1945 ging sie mit dem Säugling nach Schwerin, wo sie nach dem Krieg Tischlermeisterin wurde und sich als Aktivistin hervortat.

David Frankfurter wanderte nach seiner Gefängnisentlassung am 1. Juni 1945 nach Palästina aus und starb 1982 in Israel.

Tulla Pokriefke wusste selber nicht wer Pauls Vater war. Kurz nach dem Mauerbau schickte sie den jungen nach Westberlin, wo er in einer Dachkamer bei ihrer Freundin Jenny Brunies wohnen durfte. Er fing an Germanistik zu studieren, brach schliesslich das Studium ab, um als Volontär und Journalist zu arbeiten.

Paul Pokriefke heratete 1980 Gabriele eine Gymnasiiallehrerin, die heimlich die Pille abgesetzt hatte, um durch eine Schwangerschaft die Eheschliessung zu erzwingen. Nach sieben Jahren Ehe liess sie sich scheiden und zog mit ihrem Sohn Konrad nach Mölln.

28. bis 30. Januar 1995 fand im Ostseebad Damp einen Gedenkfeier für den Untergang der „Wilhelm Gustloff“. Tulla schenke ihrem Enkelkind Konrad einen Mac mit allem Drum und Dran. (Seite 30)

Als Paul Pokriefke den Autor des Romans „Hundejahre“ kenne lernt, beauftragt er Paul über die Katastrophe „Wilhelm Gustloff“ zu schreiben. Widerwillig beginnt Paul im Internet zu recherchieren und stösst dabei auf die Nazi-Webseite www.blutzeuge.de, welche angeblich von einer „Kameradschaft Schwerin“ betrieben wird. Aber ist nur einen Webmaster, der sich Wilhelm Gustloff nennt und seine Sicht der Gustloff-Thematik in Bildern und Texten online verbreitet.

Er bemerkt schnell, dass es sein Sohn ist, der die Seite betreibt. Im Chatroom seiner Seite lernt Konrad, welcher sich aus Wilhelm Gustloff ausgibt, den Wolfgang Stremplin, der sich als David Frankfurter ausgibt, kennen.

Am 20. April 1997 treffen sich der Betreiber der Internet-Seite www.blutzeuge.de, Konrad Pokriefke, und der Oberschüler Wolfgang Stremplin in Schwerin.

An der ehemaligen Wilhelm Gustloff Gedenkstätte erschießt Konrad seinen „Freundfeind“. Konrad stellt sich anschließend der Polizei, er legt wert darauf, dass alles genau so abläuft wie damals als David Frankfurter Wilhelm Gustloff erschoss. Er zieht  den Revolver aus dem Mantel, gibt vier Schüsse auf Wolfgang alias David Frankfurter ab und lässt sich anschliessend beim nächsten Polizeiposten, mit dem Satz der parallel zu David Frankfurters Satzes aber erweitert ist: „Ich habe geschossen, weil ich Deutscher bin – und weil aus David der ewige Jude sprach“, verhaften. (Seite 85)

Im anschliessenden Prozess zeigt Konrad kaum Reue, er wird zu 7 Jahren Haft im Jugendgefängnis verurteilt, was er selbst auch als zu milde bezeichnet.

Im Gefängnis bastelt er ein Model der „Wilhelm Gustloff“, welches er aber vor den Augen seines Vaters, welcher in besuchter, zertrümmert und zertrampelt.

Der Autor des Romans „Hundejahre“ hat Paul Pokriefke aufgefordert, nach einem passenden Schlusswort im Internet zu suchen. Zu seinem Erschrecken stiess er auf die Webseite  ”www.kameradschaft-konrad-pokriefke.de”

[...] stellte sich in deutscher und englischer Sprache eine Webseite vor, die als “www.kameradschaft-konrad-pokriefke.de” für jemanden warb, dessen Haltung und Gedankengut vorbildlich seien, den deshalb das verhasste System eingekerkert habe. “Wir glauben an dich, wir warten auf dich, wir folgen dir …” Undsoweiter undsoweiter.

Das hört nicht auf. Nie hört das auf. (Seite 97)



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